Alte Hütte und mein Weg zum Herrenhaus ...

Mein Lieblingsehemann – ich beginne jetzt nicht mit ihm, weil im Titel „Alte Hütte“ steht ;-))) – versteht es nicht wirklich, was ich an ihnen finde, warum ich unbedingt in einer von ihnen wohnen will. Warum ich, wenn ich eine erspähe, ehrfürchtig bewundernd stehen bleibe – meine geliebten Jahrhundertwendevillen – wo er doch ein Blockhaus ohne fließendes Wasser bevorzugen würde. Seit meiner Kindheit sind sie mein Begehr und immer wenn ich eine entdecke, die auch noch möglichst verfallen ist, schlägt mein Herz höher und ich verspüre den Drang alles über dieses Haus zu wissen. Ich will es kennenlernen und es kribbelt in mir, wenn ich dann nachlese, welcher Künstler, Fabrikant oder welche Muse dort gelebt hat.

Ein paar Mal ist es mir auch passiert, dass ich mich wirklich in ein Haus verliebt habe, leider aber nie in dessen Eigentümer und ich habe der Villa zuliebe, so manchem Mann mehr Chancen gegeben, als er es verdient hätte. Einfach, weil ich gespürt habe, dass dieses Haus und ich zusammengehören sollten. Es hat aber nicht sein wollen und so lebe ich ohne Villa, aber mit Lieblingsehemann in einer Wohnung – ein toller Altbau mit wunderschönen Stuckdecken – aber mein Herz sehnt sich nach wie vor nach einem verwinkelten, mit Efeu überwachsenem, Jahrhundertwendebau. Wo das alte Fischgrätparkett knarrt, die Flügeltüren mit Festons geschmückt sind und es den einen oder anderen verborgenen Raum zu entdecken gibt. Ich sehe es genau vor mir und ich durfte auch schon in solch wundervollen Villen leben, die ich in meinem Herzen trage und wie alte Bekannte hin und wieder besuche.

Was liegt da näher, als dass die Inspiration zu meinem Buch eine dieser Traumvillen war. Alte Häuser sind einfach unglaublich inspirierend für mich! Und in meiner Geschichte würdige ich eines ja besonders, dass ich auch bald wieder sehen werde, weil ich meinen Urlaub in ihm verbringen darf.

Aber es gibt noch so viele andere Villen, die mir Ihre eigne Geschichte zuraunen, wenn sie meinen Weg kreuzen. Manche sind überrenoviert und werden von modernen Zäunen eingesperrt, überhaupt werden manche ausgehöhlt und es bleibt kaum mehr was über von der Seele dieses Hauses. So etwas kann ich kaum ertragen, weil diese Häuser doch atmen und irgendwie lebendig sind – durch all das, was in ihnen passiert ist. Leider gibt es in Wien zu selten verfallene Villen, die zum Träumen einladen. Aber es gibt schöne Villenviertel, durch die ich gerne spaziere und mir vorstelle, wer wohl einmal hier gelebt hat.

Eines Tages wird mein Traum in Erfüllung gehen, eine dieser Villen vor der Schnelllebigkeit der Zeit zu bewahren, sie in Ruhe altern zu lassen, die Träume und Wünsche, die in ihr gesponnen wurden, die Schicksale und Tränen darin weiterleben zu lassen. Sie zu beschützen und Teil ihrer Geschichte zu werden, das ist mein eigener Traum.

Also, falls sich da draußen so eine herrschaftliche Villa befindet, die auf mich gewartet und sich nicht dem überteuerten Immobilienmarkt gebeugt hat, kann sie sich gerne bei mir melden, am besten mit Blockhütte im Garten für Rudi ;-)

Ich wünsche euch viel Spaß bei einem Frühlingsspaziergang und beim Entdecken solcher schützenswerter Prachtbauten.

Alles Liebe

Eure Niki

Ps. Mama du darfst dann den Garten anlegen, musst auch nicht im Blockhaus wohnen, wenn du die Katzen hütest ;-)

Danke an Klaus Pichler für dieses tolle Foto von Lilly, Iggy & mir in unserem Wohnzimmer mit der schönen Stuckdecke :-)


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